“Mehrwert im Kunstgenuss”: Dr. Manfred Kessler (KPMG) im Interview

Dr. Manfred Kessler, Partner, KPMG, erzählt im Interview von seiner Faszination für das Projekt “Strawinsky:animated”.

 

  • Wie passt das Engagement von KPMG für “Strawinsky animated” in die “Smart Start”-Kampagne des Unternehmens?
     ”Smart Start” als umfassendes Beratungsangebot von KPMG soll jungen, innovativen Unternehmensgründern dabei helfen, aus einer guten Idee ein florierendes Unternehmen zu machen. Das Projekt „Strawinsky:animated“ von PODIUM stellt im kulturellen Bereich eine absolute Innovation dar. Wir erleben hier erstmalig eine neue Darbietungsform, die verschiedenste Elemente, wie zum Beispiel Schauspiel, Kammermusik, Live-Performance und – vor allem – Trickfilm, miteinander kombiniert und so eine neue künstlerische Dimension erreicht. Strawinskys anspruchsvolles Kammer-Musiktheater „Die Geschichte vom Soldaten“ mit seiner durchaus schwierigen Musik können die Zuhörer so besser verstehen und neu erleben. Die Ideen junger innovativer Unternehmer und kreativer Künstler gleichen sich. In beiden Fällen wird Mehrwert geschaffen. Dabei unterstützen wir gerne.

 

  •  Wie engagiert sich KPMG? Der aktuelle Ansatz geht ja weg von einem reinen Sponsoring hin zu einer echten Zusammenarbeit. Sehen wir hier ‚Edutainment‘ Sponsoring und setzt KPMG damit neue Trends im Sponsoring?
    Das eine ist die finanzielle Unterstützung. Durch sie wird die Produktion von „Strawinsky:animated“ ermöglicht. Die hervorragende Life-Performance gilt es durch adäquate technische Mittel festzuhalten, so dass die Spannung und Dynamik des Stücks in der auf der Bühne erlebten Intensität auch noch auf der DVD erfahrbar bleibt. Genauso wichtig ist aber die Vermarktung des Produkts. KPMG als internationales Unternehmen kann hier zahlreiche Hilfestellungen geben. Ich denke, dass die Macher von „Strawinsky:animated“, Steven Walter und Adrian-Minh Schumacher, und ihr immer größer werdendes Team viel aus der Zusammenarbeit mit einer Professional-Services-Firm wie KPMG mitnehmen können. Wie gibt man sich funktionsfähige, rechtssichere Strukturen, wie geht man, wenn man bekannter und größer wird, mit Themen wie Finanz- und Liquiditätsplanung, Steuern usw. um. Wenn wir uns in diesem Projekt engagieren, indem wir nicht nur einen finanziellen Beitrag leisten, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, legen wir glaubhaft dar, dass Kreativität und Innovation für uns Werte darstellen, die grundsätzlich förderungswürdig sind.

 

  • Gerade in der anspruchsvollen klassischen Musik ist Unternehmergeist eine eher seltene Tugend. Was können andere Musiker aus unternehmerischer Sicht von einem Projekt wie PODIUM / Strawinsky:animated lernen?
    Eine ganze Menge. Meist werden bekannte Repertoires in einem standardisierten Ablauf in der üblichen Umgebung, wie Opern- oder Theaterhäusern, Stadthallen usw. dargeboten. Das ist natürlich nichts Schlechtes, aber eben auch nicht sonderlich innovativ. PODIUM schafft spannende Konzertsituationen, indem die Macher zum Beispiel ausgefallene Aufführungsorte wie Fabrikhallen, Gerichtsgebäude oder Jugendhäuser nutzen, das Publikum auch mal auf Sitzbällen platziert oder Konzerte mit Ballett-, Gesangs- oder Schauspielelementen überraschend kombiniert. Wo möglich, ist das Publikum nah an dem Geschehen. Dadurch erreicht man nicht nur den konservativen Liebhaber klassischer Stücke, der Musik einmal anders, aber intensiver erfahren möchte, sondern auch junges kritisches Publikum, das an klassische Musik herangeführt werden muss, will man auch in Zukunft noch die Konzertsäale füllen. Dieses Konzept wird von PODIUM konsequent verfolgt und auch in der Außendarstellung entsprechend beworben. Damit wird Nachhaltigkeit gewährleistet, eine Marke geschaffen. Den jungen mitwirkenden Künstlern wird eine Bühne zur Verfügung gestellt, die sie als Karrieresprungbrett nutzen können. Insgesamt ist dies ein exzellentes Beispiel dafür, dass ein gutes Konzept Erfolg hat, welches ausgetretene Pfade verlässt und Teamwork und Zusammenarbeit betont. Unternehmerisches Handeln ist nichts anderes.

 

  • Was hat Sie persönlich an diesem Projekt so interessiert und wie passt dieses Projekt Ihrer Meinung nach zu unserem Claim “Cutting Through Complexity”?
    PODIUM hat seine Wurzeln in meinem Wohnort Esslingen, einer schwäbischen Kreisstadt, mit vielen bedeutenden und innovativen Unternehmen, wie zum Beispiel Festo, Eberspächer oder Hengstenberg. Möglicherweise ist das kein Zufall. So habe ich von Anfang beobachten können, wie sich PODIUM zuerst in der lokalen, dann in der regionalen Musikszene etabliert hat. Fasziniert hat mich, wie die Herausforderungen der Aufbausituation gemeistert wurden, wie eine kreative neue Idee umgesetzt wurde, die Herangehensweise an die Konzertorganisation und -gestaltung, die Konsequenz in der Verfolgung des Konzepts. Letztlich hat es mich an meine eigene Situation beim Aufbau des Rechtsberatungsgeschäfts der KPMG Law erinnert. Der KPMG-Claim “Cutting through complexity” passt generell in Situationen, die einen vor komplexe Herausforderungen stellen. Um eine Aufbausituation – oder generell ein Projekt oder eine Aufgabe – erfolgreich zu meistern, muss man sie in einzelne abgegrenzte Themenstellungen zerlegen, diese analysieren und in einer zielgerichteten Reihenfolge abarbeiten. Cutting through complexity ist generell die richtige Maxime für eine effiziente Herangehensweise an Herausforderungen.

 

  • Wie wichtig sind solche Projekte für die Region und wie glauben Sie, lässt sich das Projekt standortübergreifend bestmöglich kommunizieren bzw. vermarkten? 
    Solche Projekte sind für die Region extrem wichtig. Und mit Region meine ich jetzt nicht Esslingen und Umgebung, sondern ich spreche jetzt über die Großregion Stuttgart bis nach Karlsruhe. Natürlich gibt es hier – wie in anderen Großregionen auch – ein vielfältiges kulturelles Angebot. An neuen kreativen Formaten kann es aber nie genug geben, insbesondere an solchen, die auch in der Lage sind, die Jugend anzusprechen, weil sie unkompliziert und unprätentiös, aber mit Vorbildcharakter für das eigene Handeln – weil höchst professionell – daher kommen. KPMG kann dabei helfen, sowohl PODIUM selbst, als auch das Projekt „Strawinsky:animated“ standortübergreifend zu vermarkten. Wichtig ist zunächst eine effiziente interne Kommunikation, das heißt an alle unsere Mitarbeiter. Die Künstler von PODIUM haben sich bereit erklärt, zum Beispiel durch Konzerte an Mandantenveranstaltungen mitzuwirken. „Strawinsky:animated“ könnte als Gastspiel aufgeführt oder die DVD ausgewählten Mandanten als wertschätzendes Präsent zu besonderen Anlässen überreicht werden.

 

  • Die Musiker von PODIUM gehen auch in der Präsentation neue Wege, weg vom bekannten Konzertrahmen der Klassik. Tradition trifft auf Innovation und Jugend. Passt das?
    Wie die Faust auf´s Auge. Wer, wenn nícht die Jugend, soll innovativ sein. Dadurch, dass bekannte Klassik anders, in anderen Dramaturgien, an ungewöhnlichen Orten oder in Verbindung mit anderen Kunstdisziplinen inszeniert beziehungsweise dargeboten wird, erschließt man dem Musikliebhaber einen neuen Zugang zu bekannten Werken. Die Botschaft, die der Komponist seinem Werk mitgeben wollte, kann klarer und intensiver erlebt und nachvollzogen werden. Möglicherweise erschließt man sich so sogar neue Interpretationsmöglichkeiten. Dies bedeutet Erkenntnisgewinn. Die Verbindung von Tradition und Innovation schafft neue Werte. Nova et Vetera, übrigens der Leitspruch meiner Studentenverbindung, bedeutet nichts anderes, als neue Wege auszuprobieren, sich dabei aber auf das Bewährte verlassen. Nicht das schlechteste Motto.

 

  • Was können Unternehmen davon lernen?
    Es gibt viele Beispiele ehedem erfolgreicher und bekannter Unternehmen, die es aber versäumt haben, sich rechtzeitig strukturellen Änderungen oder dem technischen Fortschritt anzupassen. Diese Unternehmen sind von der Bildfläche verschwunden. Unternehmen, die anhaltend innovativ waren und sind, die viel in Forschung und Entwicklung investieren, bei der Herstellung der Produkte und deren Vermarktung neue Wege gehen oder – grundsätzlich – alle ihre Prozesse ständig auf den Prüfstand stellen und die Effizienz heben, werden sich nicht nur am Markt behaupten, sondern Marktanteile gewinnen. PODIUM ist ein Zusammenschluss hervorragend ausgebildeter, professioneller junger Musiker, die ihren Weg in einem Umfeld großer Konkurrenz erfolgreich gehen müssen. Das bereits beschriebene innovative Aufführungskonzept hilft dabei. Dies erfordert aber auch Kreativität, Mut und Konsequenz in der Umsetzung. Und organisatorisches Geschick. Ob Unternehmen oder im Kulturbetrieb – man sieht sich letztlich denselben Anforderungen und Lösungen gegenüber.

 

  • Warum passt ein solches Projekt zur KPMG?
  • KPMG hat eine High Performance-Kultur, die alle Mitarbeiter verinnerlicht haben. Dies führt dazu, dass wir unseren Mandanten innovative Beratungsangebote machen können, die ihnen helfen, erfolgreicher zu sein als der Wettbewerb. PODIUM, beziehungsweise das Projekt „Strawinsky:animated“, verfolgt mit einem ebenso hoch motivierten Team vergleichbare Ziele. Zielgruppe ist allerdings die an klassischer Musik interessierte Öffentlichkeit. Erreicht wird dieses Ziel ebenfalls mit allem, was eine High Performance-Kultur ausmacht: Engagement, Kreativität und konsequente Orientierung an den Bedürfnissen des Publikums: Mit neuen Wegen der Darbietung neue Musikerlebnisse schaffen – schlicht: Einen Mehrwert im Kunstgenuss.

 

Weitere Informationen unter:  www.kpmg.com.

 

 

Leave a Reply

  • (will not be published)