Premiere:gemanagt

Und was sagen die Initiatoren des Projekts, das PODIUM-Team, zur Premiere?

Am Anfang war die Idee… Steven und Minh hatten gemeinsam die Idee für Strawinsky:animated – Die Geschichte vom Soldaten. Steven wollte die Musik, Minh die Animation dazu. Beide haben am Dienstag gespannt die Premiere verfolgt. Zufrieden mit der Umsetzung?

Minh: „Ja, es ist total abgefahren. Ich hätte nicht gedacht, dass man erstens aus der Story so viel rausschöpfen kann und dass man das alles miteinander in Einklang bringen kann und so ein abgestimmtes Werk schafft, das so viele schöne, kleine Elemente hat, die Spaß machen;  das insgesamt was zu erzählen hat, das Tiefe hat und das einfach so begeistern kann. Wir sprechen immer vom Gesamtkunstwerk und das ist tatsächlich erreicht worden. Das war nicht unbedingt unser Verdienst, sondern von den vielen, die da zusammen gearbeitet haben, sich zusammengerauft haben und ihre eigenen Künste mit den anderen komibiniert haben. Das hat wirklich besser geklappt, als wir uns das je erhofft hätten.“

Der Applaus war ja üppig…

Steven: „Sehr üppig… es zeigt sich, dass es sich gelohnt hat.“

Wie ist es deine Idee jetzt fertig auf der Bühne zu sehen?

Steven: „Naja, es war ja nicht meine Idee, sondern unsere Entwicklung… Es ist toll, fantastisch, wenn man sieht, woher das kam… wir haben ja erst im Juni angefangen, also in weniger als 10 Monaten wirkliche eine krasse Entwicklung durchgemacht. Von einer ganz losen, kleinen Idee hin zu einem wirklichen Gesamtkunstwerk, das ist schön zu sehen. Es ist viel passiert, es sind die richtigen Leute zusammen gekommen – ich glaube, das ist das Wesentliche. Das ist immer das Wesentliche, die richtigen Leute zusammen zu bekommen bei so einer Produktion und wenn es scheinbar nicht passt am Anfang, lohnt es sich, es weiter zu versuchen. Daniel war sehr wichtig in dem Prozess, aber wichtig war auch, dass wir es durchgezogen haben. Es gab viele Punkte, an denen man sich hätte zurückziehen sollen, aber… es war uns ein Anliegen und da kann man nicht beim ersten Mal, wenn man eine Sackgasse sieht, einfach aufhören. Das geht ja nicht. Es gab viele Sackgassen in diesem Projekt, aber es gab auch immer wieder Durchbrüche und ganz wichtig war, dass wir sehr tolle Leute hatten und dass sich die Animations-Leute so gut mit Daniel verstanden haben. Dann auch, dass so tolle Schauspieler reinkamen, dass die Musiker hundertprozentig mitgezogen haben. Da gabs viele Punkte, wo es hätte schief gehen können, wo der Prozess hätte blockiert werden können, aber es hat geklappt! Jetzt hoffen wir, dass wir die Sache wirklich als Format auch rausbringen.“

Erinnerst du dich noch, wie du darauf kamst, dass ihr eine Animation dazu macht?

Minh: „Das war so typisch “Idee” halt…Steven hat mir dieses Werk vorgeschlagen und ich habe es mir mal in einer ruhigen Minute angehört. Das war relativ kurz nach dem letzten Festival und da hat man auch Zeit nachzudenken und ein bisschen zu spinnen. Ich hab vielleicht wirklich 10 Takte gehört und wollte einen Animationsfilm machen. Das kommt halt einfach so. Wenn man nicht danach sucht, dann kommen die Ideen. Und das war schön, dass ich das jetzt hier so erleben kann, wie aus der Idee die Aufführung entsteht; weil ich habe das Ganze dann nämlich gar nicht so groß weiter verfolgt – ich habe am Anfang mitgeschrieben, habe immer beratend zur Seite gestanden und mich mit dem Steven kurzgeschlossen, aber so wirklich was gemacht, damit das funktioniert, hab ich nicht, weil ich keine Zeit hatte. Und das ist natürlich toll, wenn man irgendwie eine Idee hat und dann ein Jahr später – ZACK – ist da so ein Kunstwerk draus geworden… Es macht einfach Spaß, Ideen umzusetzen und das haben wir hiermit gemacht!“

Ihr wart ja auch Künstler, nämlich die „Finanzkünstler“… Hat es sich gelohnt?

Minh: „Ja. Es lohnt sich IMMER, wenn man eine gute Idee hat. Und die schien gut zu sein, weil jeden, den wir drauf angesprochen haben, hat es sofort interessiert. Und da lohnt es sich immer so etwas auszubauen und gut zu formulieren und versuchen Gelder zu bekommen… und dann muss man die richtigen Leute erwischen und das ist, glaube ich, das Schwierigste. Und das hat mirakulös geklappt, weil wir den Daniel gefunden haben, den Regisseur, weil die motionfruit-Leute sich als toll entpuppt haben und gar nicht zu sprechen von den Schauspielern, wie dem Uwe, der mit seiner One-Man-Show am Anfang einfach das komplette Werk reisst, das war schon ein Glücksfall personell. Das Einzige, was wir einschätzen konnten war, dass wir gute Musiker liefern und die haben wie immer toll gespielt, aber was man da jetzt auch nicht hätte erwarten können, dass die schauspielerisch so begeistert mit dabei sind… und das hat auch noch geklappt, also sprich, es hat mit allem geklappt, was wir wollten..“

Hast du eine Lieblingsszene?

Steven: „Hmm… ich finde einfach das Bild, wo das Teufelsdreieck zum Räderwerk wird extrem stark.. und das Quadrat, der Soldat, steckt da einfach drin. Das ist sehr sehr stark gemacht im Kontext dessen, was da passiert.“

 

Und wer gehört noch so zum Team von PODIUM? Unter anderen auch Lisa, die uns berichtet hat, was sie in den letzten Tagen und Stunden erlebt hat:

Lisa: „Ich hab jetzt hier in der letzten Woche so ein bisschen die Koordination übernommen. Also alles was anfiel… Bei der Produktion war die Aufregung nicht so groß, weil sie extrem gut vorbereitet war, vor allem wegen Daniel. Der wusste ganz genau, was er wollte. Es war in keiner Minute so, dass man geschwommen ist. Und das war toll… Es hat total funktioniert… Die Premiere zu sehen war ein sehr schöner Moment…Es wird auf so vielen Ebenen erzählt, es ist einfach wahnsinnig gute Musik, sehr gut gespielt, gut zusammengesetzt…man hat die Schauspiel-Text-Ebene, dann hat man nochmal eine Ebene mit dem Film und das fügt sich zusammen. Manchmal wird auf allen Ebenen das gleiche erzählt, aber in einer unglaublichen Tiefe, und dann werden unterschiedliche Sachen erzählt, sodass man immer wieder was neues zu sehen hat. Und ich habe jetzt die Proben begleitet, ich habe heute morgen die Generalprobe gesehen, jetzt die Premiere, und ich entdecke immer wieder was neues. Jedes mal so, dass ich davor sitze und denke WOW, das ist dir noch gar nicht aufgefallen […] also so viele Kleinigkeiten, das macht richtig Spaß.“

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