Ein Wort zur Musik

„[…] eine Besetzung, in der von den instrumentalen Gruppen jeweils die repräsentativen Typen, die hohen wie die tiefen, vertreten sind: von den Streichern also Violine und Kontrabass; von den Holzbläsern die Klarinette – weil sie das größte Register hat – und das Fagott; vom Blech Trompete und Posaune und endlich Schlaginstrumente, soweit sie von einem einzigen Musiker bedient werden können.“ (Strawinsky, Igor 1958: Mein Leben. München: List, S. 68)

Auch hier bei Strawinsky:animated – Die Geschichte vom Soldaten hält man sich an diese Vorgaben des Komponisten und es treffen die MusikerInnen Diana Tishchenko (Violine), Simon Hartmann (Kontrabass), Nur Ben Shalom (Klarinette), Christian Hengel (Fagott), Jonathan Müller (Trompete), Friedrich Mück (Posaune) und Philipp Lamprecht (Schlagzeug) zusammen. „Das kleine Orchester“ befand sich in Strawinskys Originalfassung gut sichtbar neben der Bühne, auf der der Schauspieler agierte und von einem Vorleser unterstützt wurde, sodass die drei Elemente gleichberechtigt nebeneinander standen. Bei Strawinsky:animated – Die Geschichte vom Soldaten wandern die Musiker nun mit auf die Bühne, die räumliche Trennung der Disziplinen wird aufgehoben und das Miteinander von Musik, Schauspiel, Tanz und Animation ins Extreme geführt. Auch wenn man die Musik separat betrachtet, fällt eine besondere Mischung und große Vielfalt an Musikstilen auf: Choräle und Märsche treffen auf Jazz sowie Tango, Walzer und Ragtime. Dabei ist die Musik von einem neuen Ausdrucksbedürfnis geprägt, das Einfachheit und Klarheit fordert und sich gegen die hochstilisierte Ästhetik des Musiktheaters am Ende des 19. Jahrhunderts richtet.

Bilder der Musiker

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